Als Co-Skipper beim Ariane's Cup 2004
25. ARIANE's CUP 2004 "Le JUBILE"

Ein Highlight in diesem Jahr war sicherlich die Teilnahme am Ariane's Cup. Bei der diesjährigen Segelregatta "25. Ariane's Cup 2004 Le JUBILE", einer Regatta aller am ⊳ Ariane Launcher Programm beteiligten Firmen, wurde das Team der ⊳ EADS Space Transportation GmbH an Bord der "SY CETOHM" (vom Typ Dufour 34) mit Skipper Stefan Beyer (EADS) durch Co-Skipper Guido Bolenski (ESG) verstärkt und belegte Platz 49 im Gesamtklassement. Die Regatta mit einem Teilnehmerfeld von 87 Segelyachten in der Größe von 32 bis 43 Fuß Länge startete in ⊳ Port Navalo in ⊳ Le Crouesty (F) am Golf du Morbihan an der Südküste der Bretagne und führte neben Tagesregatten in der Baie de Quiberon nach Le Palais auf Belle Ile. Herausragende Einzelleistung des Teams war Platz 7 in der Sonderprüfung "Navigator's Special", welches der Crew bei 6-7 Bf Wind und bis zu 4 m Tidenhub einiges an navigatorischen Kenntnissen abverlangte. Der 26. Ariane's Cup findet im Mai 2005 auf Martinique statt. Aber da es seitens der Firmen keine finanzielle Unterstützung bei der Teilnahme gibt (abgesehen von einem Crewshirt/-pullover), wird an eine Teilnahme am Karibiktörn wohl aus Kostengrüden nicht möglich sein - schließlich hat man ja noch Familie.
Prolog
Mitten im Winter, man hatte den Törn des Jahres schon gedanklich durchgeplant, kam ich mit meinem Arbeitskollegen und Segelkamerad Ulrich Bültermann bei einem Gespräch auf dem Flur wieder einmal auf das Thema Segeln. "Stell' Dir vor, mit et was Glück könnte ich im Herbst nächsten Jahres am Ariane's Cup teilnehmen.", frohlockte er. "Was ist denn das für ein Cup?", fragte ich zurück und wurde hellhörig. "Nun, das ist eine Firmenregatta zwischen allen am ARIANE Launcher Programm beteiligten Firmen. Ich (von EUROCOPTER) darf zwar eigentlich nur inkognito mitsegeln, aber scheinbar fehlt noch ein Mitsegler und ich hoffe, dass ich mitdarf. Mal sehen, vielleicht klappt es ja, dass Du dann nächstes Jahr auch mitkommst." Ich war höchst erfreut über sein Glück und plante schon in Gedanken meine Regattateilnahme in 2005. Keine 4 Wochen später kam dann der Anruf, ob ich nicht schon 2004 mitkommen wolle. Wegen eines Motorradunfalls eines Teilnehmers sind Plätze frei, die es zu besetzen gilt, und zwar mit Mitseglern, die a) etwas segeln können und b) dies auch im Herbst in der Bretagne tun wollen. Die Antwort kam spontan - nachdem die Reise- und Mittelfreigabe der Familie eingeholt war. So schnell ist man dabei, an einer Atlantikregatta mit 87 Schiffen teilzunehmen. Die Erwartungen und die damit verbundene Vorfreude stiegen enorm. Auf den Sieg kam es gar nicht an, vielmehr auf die Möglichkeit, eine Menge dazuzulernen.
Die Zeit bis zur Abfahrt zog sich hin, und zum Glück lag noch ein dreiwöchiger Sommerurlaub davor. So wurde man davon abgelenkt, ständig an diese große Herausforderung zu denken. Im Gegenzug blieb allerdings auch nur sehr wenig Zeit, die Anreise zu klären, bzw. die Sachen zu packen. Gut, wenn man etwas Routine hat - in beiden Disziplinen.
Training
Die Regatta selbst fand vom 17. bis 20.09.2004 statt, aber es ist nicht unüblich, sich schon ein paar Tage vor Regattabeginn einzutreffen, ein Schiff zu chartern und Crew und Revier etwas besser kennenzulernen. Leider kann man das Schiff noch nicht kennenlernen, denn die werden erst kurz vor Regattabeginn per Los zugeteilt.
Für die Anreise hatte ich noch 20000 Prämienmeilen von Air France zu verbraten und so flog ich am Montag, den 13.09.04 von München über Lyon nach Nantes und von dort per Eisenbahn weiter nach Vannes. Die bereits am Vortag vorgefahrenen Seglerkameraden hatten mein Gepäck mitgenommen und holten mich freundlicherweise am Bahnhof ab - was wir gleich mit dem Proviantierens verbanden. Mein Ruf als Hobbykoch eilte mir voraus und so wurde ich kurzerhand als Koch für beide Schiffe engagiert. Schließlich war man ja sowieso stets zusammen und führte eingemeinsame Bordkasse, sodass eine getrennte Küche nur inkonsequent gewesen wäre. Es war eine echte Herausforderung, auf einem 2-Flammkocher für 12 Personen zu kochen - aber es klappte. Und das sogar zur allgemeinen Begeisterung.
Von Montag, 13. bis Freitag, 17.9. (09:00 Uhr) hatten wir zwei Bavarias gechartert, mit denen wir Land und Leute, Revier und Wetter etwas besser kennenlernen wollten. Am Tag der Schiffsübernahme wurde nicht mehr gesegelt, dafür war keine Zeit mehr. Aber gleich am nächsten Tag sollte es endlich rausgehen. Zu meiner Überraschung kam ich noch kurzfristig zu Skipperehren, denn der eigentliche Skipper sollte erst am Montagabend eintreffen. Egal, eine lösbare Aufgabe. Die Wetterbedingungen waren sportlich, aber nicht gefährlich. Und außerdem kann man sich ja vorsichtig an das Schiff und die Crew gewöhnen. So legten wir am Montag für einen ersten Übungsschlag ab und wollten mal den Wind an der Ansteuerungstonne testen. Dort angekommen, stellten wir fest, dass zwar ein Wind mit Stärke 6-7 blies, aber dies recht gleichmäßig, was ihn berechenbar machte. Also wurde Segel mit 2. Reff gesetzt und das Schiff auf allen Kursen mal getestet. Darüber hinaus lernte die Crew sich kennen und die Manöver wurden geübt, inklusive Halsen. Nach etwas über vier Stunden fuhren wir mit einem guten Gefühl für die kommenden Tage zurück und machten in unserem alten Liegeplatz vis-a-vis von Thomas Mattstedt wieder fest. Es blieb noch Zeit fürs Kochen, und als endlich die letzten Crewteilnehmer eintrafen, blieb ihnen noch ein schmackhafter Rest übrig.
Nun waren die Crews also komplett:
- Skipper Thomas Mattstedt mit Crew Ulrich Bültermann, Andreas Götz, Stefan Haessler, Martin Schedo und Stefan Winter.
- Skipper Steffen "Ken" Beyer mit Crew Jan Alting, Co-Skipper Guido Bolenski, Maurice Engelmann, Heinz-Hermann Müller und Heinz Schulte.

Die Crew der CETHOM: hintere Reihe v.l.n.r.: Jan Alting, Co-Skipper Guido Bolenski, Heinz-Hermann Müller; vordere Reieh v.l.n.r.: Skipper Steffen "Ken" Beyer, Maurice Engelmann, Heinz Schulte.
Die Bretagne überraschte uns am nächsten Tag mit traumhaftem Segelwetter.
Regatta
Nein, den Ehrgeiz hatte ich nicht, dass ich jeden Tag mitschreibe, welchen Platz wir belegt haben ... in der eigenen Gruppe oder im Gesamtprogramm. Dafür gingen die individuellen Segelleistungen der einzelnen zu sehr auseinander, und das Fehlen eines Teamgedanken kam noch hinzu. Die Regatta war wohl nur eine Show: Schaut her, ich bin dabei. Naja, auch eine Erfahrung.
Fazit
Ich hatte mir mehr vorgestellt. Wirklich anspruchsvolles Segeln war das jedenfalls noch nicht. Und Siegeswillen war auch nicht wirklich zu erkennen, außer in Ansätzen. Dafür waren einfach zuviele Anfänger und Mitgesegelte dabei, ohne die man allerdings die pure Masse von über 80 Schiffen nicht zusammenbringt. Der Ariane-Cup ist deshalb auch keine Segelsportveranstaltung, sondern ein Treffpunkt von Seglern aus den am Arianeprogramm beteiligten Firmen - und so erklärt sich auch der relativ geringe Anspruch. Wer etwas Ähnliches erleben möchte, braucht nicht unbedingt einer in der Raumfahrt arbeitenden Firma beizutreten. Man kann auch bei einer der vielen Funregatten eine Koje chartern. Zum Beispiel gibt es die Bavaria-Week, die professionell durchorganisiert ist: auf Mallorca, alles Bavarias, mit Oktoberfest-Bierzelt für das Rahmenprogramm. Nichtsdestotrotz, wenn wieder einmal ein Ariane-Cup stattfindet - wäre ich gern dabei. Vielleicht geht's beim zweiten Mal etwas ehrgeiziger zur Sache.
Ausblick
Der 26. Ariane-Cup fand vom 19. bis 28. Mai 2005 auf Martinique statt. Sofern die Seite (ausnahmsweise) mal aktuell ist, findet man Informationen über den Ariane-Cup unter ⊳ www.arianescup.net