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(12.09.06)

EUROCOPTER segelt im Revier der Hubschrauber

Eine Flottille mit zwei Schiffen.
Revier: Côte d'Azur - Port Grimaud -
Schiff(e): "IO DUE" und "con-fido", beide Feeling 346 di

Montag, 21.05.2001

Port Grimaud - St-Raphaël

Eine kleine Flottille an der Côte D'Azur - und dann auch noch mit typgleichen Schiffen - sollte eigentlich zur täglichen Regatta werden. Doch dazu kam es nicht. Erstens weil die Schiffe doch nicht so typgleich waren und zweitens, weil auch die Segelerfahrung ungleich aufgeteilt war. So segelten die "IO DUE" mit Skipper Heinz und Crew Ute, Holger und Ulrich dem Flottillenführer und Skipper Guido auf der "con-fido" stets davon. Seine Crew Sylvia, , Eigentlich wollten wir möglichst früh ablegen, aber so ganz ohne Proviant nun auch wieder nicht. Also hieß es, erst mal zum Supermarkt. Der Skipper Guido kannte die Gegend und erklärte den Weg dorthin, woraufhin die Crews Abordnungen bildeten, die zum Einkaufen geschickt wurden. Im Supermarkt selbst haben dann beide Crews gut eingekauft, was sich am Ende auch in der Höhe der zu zahlenden Gesamtsumme bemerkbar machte. Aber was soll's; wir hatten Urlaub und ließen es uns gut gehen. Was sich daraus u.a. zaubern ließ, verwöhnte die Gaumen der Crews für den Rest der Woche. Auf der "con-fido", dem flottillenführenden Schiff gab es entsprechend abwechselnd französische und indische Küche. Französisch, weil der kochende Skipper meint, er müsse sich beim Segeln nicht nur dem ortstypischen Winden anpassen, sondern auch der Küche (Siehe Mallorcatörns, wo spanisch gekocht wird). Und Indische Küche weil Crewmitglied Jack als Brite indischer Abstammung für die exotische Note in der Kombüse sorgte. Apropos, "English als Bordsprache" - ich habe durch unsere internationale Crew eine Menge englischsprachige Segelbegriffe gelernt ;-) Menge

So wurde es, zumal auch noch die obligatorische Sicherheitseinweisung durchzuführen war, früherer Nachmittag, ehe wir Leinen los werfen konnten - und es reichte nur noch für einen Tagestrip nach St-Raphaël.

14.00 Port Grimaud los
17.00 vor Anker auf 43° 19,6' N 006° 42,0' E
19.00 St-Raphaël fest
Tageswege über Grund: 7,0 nm unter Segel, 7,0 nm unter Motor

Dienstag, 22.05.2001

St-Raphaël - Cannes

Nachdem auch heute die Wetterprognose eher schwache Winde vorhersagt, fällt der gemeinsame Entschluss zu einem Ankerstopp in der Rade d'Agay. Die Bucht liegt wenige Seemeilen von St-Raphaël entfernt und eignet sich bei stabiler Wetterlage sicherlich auch als Nachtliegeplatz. Wir jedoch trafen gegen Mittag ein und verbrachten einen schönen Badestopp mit all dem traumhaften Einlagen, die man in entsprechenden Reisevideos zu sehen bekommt. Die Schiffe lagen im Päckchen vor Anker und abwechseln wurden die Cocktails über dir Reling auf's Nachbarboot gereicht; vorwiegend Campari- Orange und Caipirinhas.

Von besonderem Vorteil war hier der sehr geringe Tiefgang der Feeling 346 di bei aufgeholtem Schwert, der das Ankern auch etwas näher am Strand erlaubt. Allerdings ist das nur für einen Tagesankerstopp bei wenig Wind geraten. Nach dem "Anker-auf-Manöver" segelten wir noch entlang der Küste zur Filmfestspielstadt Cannes.

10.00 St-Raphaël los
12.00 vor Anker auf 43° 24,8' N 006° 52,0' E in der Rade d'Agay
17.00 Cannes fest
Tageswege über Grund: 15,0 nm unter Segel, 2,0 nm unter Motor

Cannes Vieux Port ist quadratisch und bietet Gastliegeplätze am Kopf des fast T-förmigen Zentralsteges - also mitten in der Stadt. Das ist es, was das Segeln zusätzlich interessant macht gegenüber anderen Urlaubsformen, denn man hat einen schönen Mix aus Natur und Metropole. Die Filmfestspiele waren offiziell am Sonntag beendet worden, so dass wir am Dienstag lediglich Abbauarbeiten vermuteten. Weit gefehlt, denn es schien so, als ob im Nachklang zu den internationalen Festspielen noch nationale Aktivitäten angeschlossen wurden. Vor dem Festspielhaus war jedenfalls reger Betrieb. Die Crews trennten sich bereits am Steg in unterschiedliche Grüppchen, um diese interessante Stadt auf ihre Weise zu erkunden. Ein Besuch im Grandhotel oder ein Pastis im Straßencafé - Cannes ist immer einen Besuch wert. Und es machte Laune auf Monaco, unser Ziel für den Folgetag.

Mittwoch, 23.05.2001

Cannes - Monaco - Villefranche sur Mer

Leider schlief der Wind noch mehr ein, so dass wir uns entschlossen, die Maschine für den Vortrieb einzusetzen. Die Minimalbrise, die zwischenzeitlich zu spüren war, ließ uns lediglich ein Großsegel zur Unterstützung (und für die Moral) setzen, so lange es genügend Luft bekam, um nicht einzufallen. Wenigstens flatterten die EUROCOPTER-Flaggen an der Backbordsaling gemeinsam im Wind und kennzeichneten unsere Zusammengehörigkeit.

Einlaufen Port de Monaco

Kurz vor Monaco meldeten wir uns auf dem Arbeitskanal des monegassischen Hafenmeisters an und baten um einen Liegeplatz für die Nacht, doch die Antwort überraschte eigentlich nicht: "Sorry, we're full. We have a Grand Prix". Die Aufbauarbeiten des am Freitag beginnenden Formel-1-Spektakels waren schon abgeschlossen und die Stadt bereitete sich auf das bevorstehende Chaos vor. Platz für zwei 10-m-Segelyachten war da leider nicht mehr im Vieux Port von Monaco. Und wir werden wohl auch nie erfahren, wie hoch die "besonderen Liegeplatzgebühren" an so einem Wochenende liegen.

Also wieder zurück Richtung Westen, vorbei am Heliport von Monaco, wo es von Hubschraubern nur so wimmelte. Ob einer von denen überhaupt Notiz von unserer EUROCOPTER-Flagge genommen hat ?

Héliport Monaco

Für den Rest des Nachmittags lagen Lust und Frust dicht beieinander. Zunächst hatten wir noch Hoffnung, einen Platz in Port Cap D'Ail zu bekommen - dem Hafen, der unmittelbar an der südwestlichen Landesgrenze von Monaco liegt. von hier wären es nur ca. 1500 m Luftlinie zum Port de Monaco und damit zur Rennstrecke. Der Hafenmeister hörte sich auch recht zuversichtlich an, als er uns bat, doch erst einmal um die Kaispitze herum in die Hafeneinfahrt vorfahren, damit er uns sehen könne. Gesagt, Getan - doch unmittelbar danach erhielten wir die Mitteilung, dass er für uns doch keine Plätze mehr habe. Wir glauben weniger, dass es an der Größe unserer Yachten lag, sondern eher am fehlenden "Goldkettchen"-Image unserer Schiffe.

Die Lust kam dann wieder auf, als wir ein klein wenig Segeln konnten, wenngleich auch nicht viel. Auch Beaulieu wies uns ab und so beschlossen wir erst einmal, uns bei einem Ankerstopp zu sammeln und in Ruhe die Häfen St-Jean-Cap Ferrat und Villefranche per UKW-Funk nach einer Bleibe zu befragen. Bei Campari-Orange an Oberdeck (nach dem Bad) stieg dann auch schnell wieder die Stimmung, zumal Villefranche angeblich Platz für uns haben soll.

In Villefranche fanden wir schnell zwei freie Plätze an der nördlichen, kleineren Außenmole unterhalb der Zitadelle - bis der Hafenmeister uns auf die Besonderheit dieser Liegelätze aufmerksam machte. Wir dürften hier zwar bleiben, aber am nächsten Morgen ca. ab 06.00 Uhr sollten an dieser Mole die Gäste von zwei Kreuzfahrtschiffen entladen werden, um anschließend mit etlichen Bussen nach Monaco gefahren zu werden. Wir müssten also rechtzeitig wieder weg sein ... Also nahmen wir das Angebot vom Hafenmeister an und verholten uns auf die von ihm auserkorenen Alternativplätze, die übrigens aufgrund der Überfüllung im Hafen mehr als provisorisch waren. Durch diese Hafenmanöver wurde es doch tatsächlich 21.00 Uhr, bis wir endlich fest waren.

09.15 Cannes los
14.00 Monaco ein-/auslaufen
15.20 vor Anker auf 43° 43,2' N 007° 21,3' E
21.00 Villefranche sur Mer fest
Tageswege über Grund: 3,0 nm unter Segel, 32,0 nm unter Motor

Donnerstag, 24.05.2001

Villefranche sur Mer - Nice - Golfe Juan

Die Nähe zu Nizza und der Wunsch der Crew, die Städte nicht nur von der Seeseite zu sehen waren nicht auf beiden Schiffen gleichermaßen ausgeprägt. So entschlossen wir uns, für den Tag getrennte Wege zu segeln und als vorläufiges Ziel Golfe Juan anzupeilen. Evtl. können wir uns unterwegs ja noch per Funk auf eine Alternative einigen. So zog die "IO DUE" von dannen, während wir mit der "con-fido" den Abstecher nach Nizza aufnahmen.

Beim Ausfahren aus Port de Villefranche-sur-Mer sahen wir dann auch die beiden Superkreuzfahrtschiffe, neben denen eine MS EUROPA, wie es das deutsche Vorabendfernsehen kennt, etwas mickrig ausgesehen hätte.

Auf Anfrage beim Hafenmeister, wo wir für eine Promenade einen einstündigen Liegeplatz im Hafen bekommen können, wies uns dieser einen Schwimmkran im Bassin des Amiraux zu, an dem wir längsseits gehen dürften. Sehr nett ! Wir meldeten uns freundlicherweise auch wieder beim Hafenmeister per Funk ab und hatten das Gefühl, dass sich dieser wunderte, dass wir wirklich nur eine Stunde geblieben sind. Mit einem Pastis im Glas legten wir ab.

Interessant war wie bereits auch die Einfahrt in den Hafen von Nizza auch die Ausfahrt, denn auch diese wurde über eine Ampelanlage geregelt. Sowohl beim Wunsch der Einfahrt, als auch jetzt beim Ausfahren erwischten wir einen Zeitpunkt, an dem größere Fährschiffe im Vorhafen Bassin du Commerce wenden, an- oder ablegen wollten, was zur kurzfristigen Sperrung führte. Nizza selbst ist immer ein lohnender Abstecher, es sei denn, man kann größeren, mondänen Städten nichts abgewinnen. Die weitere Fahrt verlief ereignislos vorbei am Flughafen von Nizza. Das kleine Segel in der Ferne erwies sich tatsächlich als die "IO DUE" und per Funk wurde der nächste Badestopp beschlossen - die Anse de la Garoupe am Cap D'Antibes zwecks Tauchen, Schwimmen, Sonnenbaden. Der Weg in den Zielhafen führte uns nur kurz um das Kap und dann auf direkten Weg nach Golfe Juan. Hier war der Einfluss des Monaco-Rennens schon deutlich gesunken und somit kein Problem mehr, einen Liegeplatz zu finden.

10.00 Villefranche sur Mer los
11.10 Nice fest
12.40 Nice los
      vor Anker auf 43° 33,4' N 007° 08,4' E in der Anse de la Garoupe
18.45 Golfe Juan fest
Tageswege über Grund: 5,0 nm unter Segel, 16,0 nm unter Motor

Freitag, 25.05.2001

Golfe Juan - Fréjus

Am Morgen nach dem Auslaufen aus Golfe Juan kam kurzzeitig so etwas Ähnliches wie Wind auf. Nicht sehr viel, aber genug, um zu segeln. Und noch etwas kam auf - Ehrgeiz. Ohne vorherige Absprache schien jedes Boot als erstes den ausgemachten Ankerplatz zwischen der Ile Ste-Marguerite und der Ile St-Honorat erreichen. Es zeigte sich auch hier wieder einmal, die besondere Klasse eines erfahrenen Regattaseglers - und Skipper Heinz gab uns das Gefühl, guter Zweiter zu sein.

Beim Umfahren der kleinen Ile de la Tradelière hatten wir erstmalig einen Einblick in den Zwischenraum zwischen diesen beiden, der Stadt Cannes vorgelagerten Inseln. Es war bereits recht voll mit Tages-Ankerliegern aller Art und offensichtlich ein beliebter Badestopp bzw. Ausflugsziel für die Boote aus der näheren Umgebung.

11.15 Golfe Juan los
12.55 vor Anker auf 43° 31,0' N 007° 03,1' E südl. Ile Ste-Marguerite
19.00 Fréjus fest
Tageswege über Grund: 6,0 nm unter Segel, 19,0 nm unter Motor

Samstag, 26.05.2001

Fréjus - Port Grimaud

10.45 Fréjus los
13.30 vor Anker auf 43° 17,8' N 006° 37,3' E
16.30 Port Grimaud fest
Tageswege über Grund: 1,0 nm unter Segel, 15,0 nm unter Motor

Alles in allem kam das Segeln in dieser "Schwachwindwoche" etwas zu kurz. Vor dem Hintergrund, dass wir dennoch nach Monaco wollten, lässt sich die schlechte Bilanz von nur 37 Seemeilen unter Segeln gegenüber 91 Seemeilen unter Motor erklären. Mit insgesamt 128 Seemeilen wurde in dieser Woche ohnehin nur etwa die Hälfte an Strecke zurückgelegt, was sonst im Rahmen vergleichbarer Flottillen gefahren wird/wurde. Dennoch: Wenn der Wind ausbleibt und statt dessen die Sonne scheint, gibt es nichts schöneres, als einen Tag in der Bucht vor Anker liegend zu träumen ...

Gesamtstrecke über Grund: 128 nm
Gesamtstrecke über Grund:  37 nm unter Segel, 91 nm unter Motor