Menu:

Version: 1.1
(12.09.06)

 SKT Côte-d'Azur-Flottille 2002

"Haute cuisine a bord d'un voilier"

Flottillen sind im Trend. Tagsüber ist man wahlweise alleine unterwegs oder man trifft sich auf See für eine kleine Regatta - und abends ist man gemeinsam am Steg und feiert mit Freunden und Mitseglern. Während Flottillen bei der ⊳ SKT (Seglerkameradschaft Troisdorf 1987 e.V.) mittlerweile zum festen Bestandteil der Aktivitäten gehören und jedes Jahr mindestens eine durchgeführt wird, hat sich diese Form des gemeinsamen Segelns zwischen den Firmen ⊳ ESG (ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH) und ⊳ ECD (EUROCOPTER Deutschland GmbH) erst kürzlich und in einem kleinen Kreis entwickelt. Als die SKT im Spätsommer 2002 ihre Flottille an der Côte D'Azur durchführte, klinkte sich die ESG-/ECD-Segelei dort mit ein. So setzte sich die Flottille aus folgenden sieben Schiffen zusammen:

- SY "SUNWAVE" (Feeling 346 di) mit Skipper Klaus Tetzlaff (SKT)
- SY "TAI SHAKU" (Feeling 446) mit Skipper Werner Rühl (SKT)
- SY "TERRY" (Dufour 38) mit Skipper Volker Wende (SKT)
- SY "AGAPÉ" (Dufour 36) mit Skipper Dieter "Ole" Burk (SKT)
- SY "INDRA" (Feeling 326) mit Skipper Klaus Kunze (SKT)
- SY "CON-FIDO" (Feeling 346 di) mit Skipper Heinz Schulte (EUROCOPTER)
- SY "IO DUE" (Feeling 346 di) mit Skipper Guido Bolenski (ESG und SKT)

Die "IO DUE" stellte somit die Schnittstelle zwischen Verein und Firma dar. Da ich (Guido Bolenski) einerseits der SKT angehörte, andererseits maßgeblich an der Organisation der ESG-/ECD-Firmenflottille beteiligt war, oblag es mir, auch den Törnbericht zu schreiben. Dieser nun folgende Törnbericht gibt somit unsere Sicht des Flottillentörns wieder - und wurde in Teilen durch Erfahrungen und Ansichten anderer Flottillenteilnehmer ergäzt..

Samstag, 28.09.2002

Die Anreise per PKW bot für keinen der Flottillenteilnehmer nennenswerte Überraschungen. Fast alle begannen Ihre Reise am späten Vorabend und trafen so gegen Mittag des Folgetages ein. Entspechend viel Zeit hatte man für die Übernahme der Schiffe und für den Einkauf des Proviantes.

Crew IO DUE An Bord der "IO DUE" wurde nach der Übernahme im Navtisch eine Audiokassette gefunden. Da andere Musik aus der Konserve nicht an Bord war und andererseits das französische Radio nicht gerade erträglich genannt werden kann, fand diese Kassette recht schnell den Weg ins zugehörige Bord-Autoradio. Bei der Kassette handelte es sich um "Elvis Presley - 18 Film Hits". Nicht verwunderlich also, wenn sich im Laufe des Törns die Elvis-Presley-Abende häuften. Für alle Nostalgiker unter den Mitseglern sei hier noch kurz die Originalreihenfolge der Songs wiedergegeben. Seite A: Blue Hawaii, King Creole, Wooden Heart (Muss I Denn Zum Städtele Hinaus), Return To Sender, Follow That Dream, Can't Help Falling In Love, Hard Headed Woman, G.I. Blues, Girls! Girls! Girls! - Seite B: Doin' The Best I Can, Rock-A-Hula Bay, Trouble, Tonight's All Right For Love, Frankfort Special, Blue Suede Shoes, Dixieland Rock, Where Do You Come From Angel. Der Spruch "Komm, leg' noch mal Elvis" auf, wird uns noch lange in Erinnerung bleiben und wenn ich zukünftig im Radio einmal "Blue Suede Shoes" hören sollte, denke ich zurück an diesen Flottillentörn, bei dem wieder viel und gut selber gekocht wurde.

Diese Lust am Kochen, die Freude am Experimentieren und die Verfügbarkeit von bestimmten frischen Zutaten ließen zwar den ersten Einkauf etwas teurer werden - aber das sollte keiner der Mitsegler bereuen, wie man hoffentlich am Auftaktmenu, das noch am selben Abend in Port Grimaud zubereitet wurde, erkennen kann.

Coquilles Saint-Jacques au Champagne [Jakobsmuscheln mit Champagner (Frankreich)]

12 Jakobsmuscheln

Brühe: 1 Zwiebel, 2 Nelken, 3 Schalotten, Kräuter (Petersilie, Thymian, Lorbeer), Salz, Pfeffer, 1/2 Flasche Champagner, 4 Eigelb, 100 g Crème fraîche

Zubereitung: Nuss (und Koralle, falls vorhanden) der Muschel abspülen (Nuss waagerecht teilen, falls diese sehr groß ist). Zusammen mit der nelkengespickten Zwiebel, den Kräutern, den Schalotten und Salz/Pfeffer in einen Topf geben. Mit Champagner bedecken. Zum Kochen bringen und 3 min schwach kochen. Muscheln abtropfen lassen, warmstellen. Brühe durch ein Sieb geben, reduzieren. Crème fraîche und eigelb in einem Topf verrühren, nach und nach in die heiße Grühe geben, bei schacher Hitze einkochen lassen. Muschelfleisch in die untere Schale legen, mit Sauce bedecken und sofort servieren.

Passendes Getränk dazu: natürlich Champagner ;-)

Seeteufel mit Grapefruitsauce

Zutaten: ca. 800 g Seeteufel(medaillons), 200 g Möhren, 100 ml Fischfond, 2 Grapefruit, 1 EL Öl, 1/2 Zitrone, 4 EL Crème Double, Butter, Salz, weißer Pfeffer
Geshälte Möhren in Scheiben schneiden und in Butter 10 min weich dünsten. Grapefruits halbieren, auspressen und den Saft zu den Möhren geben. Crème Double unterrühren, mit Fischfond aufgießen und 5 min köcheln lassen, durchmixen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Den Fisch abspülen, trockentupfen, mit Zitronensaft säuern, salzen, pfeffern und in einer Pfanne in Öl ca. 5 min von jeder Seite bräunen.
Als Beilage empfiehlt sich Wildreis.

Die Tagesdaten:

Keine - man blieb im Hafen
Tageswege über Grund: 0 nm

Sonnntag, 29.09.2002

Der erste Segeltag sollte bis Cavalaire führen und durch die verabredete Auslaufzeit von 10.00 Uhr fanden sich die Schiffe der SKt auch mehr oder weniger im Scheitel der Bucht von St. Tropez zusammen, wenngleich man später - bedingt durch's Aufkreuzen in der Bucht - den Sichtkontakt zu den anderen Schiffen immer mal wieder verlor und gewann. Außerdem machten sich die großen Geschwindigkeitsunterschiede bedingt durch die verschiedenen Schiffsgrößen bemerkbar. Wenigstens über UKW waren wir stets in Kontakt.

Die Strecke bis Cavalaire war bei mäßigem Wind gut zurückzulegen, auch wenn man weite Teile des Weges aufkreuzen musste. Für einen Badestopp hat es auch noch gereicht. Schließlich sollte es sich um einen Urlaubstörn handeln, bei dem es nicht darauf ankam, möglichst viele Meilen zurückzulegen. Wir haben unseren Ankerstopp ans Ende des Segeltages gelegt und in der Bucht von Cavalaire geankert und gebadet. Andere bevorzugten lieber den bekannten, fast schon berühmten Badestrand von St. Tropez in der "mondänen" Baie de Pamplonne. Die Urteile über die Bucht hinterließen bei mir jedoch den Eindruck, als habe dieser Strand seine Glanzzeiten hinter sich. Vermutlich, weil Brigitte Bardot dort nicht mehr anzutreffen ist.

SKT-Flottille in Cavalaire In Cavalaire angekommen, hatte man uns bereits 7 nebeneinander liegende Plätze reserviert, die wir nun in der Reihenfolge des Eintreffens auffüllten. Waren wir im Ausgangshafen Port Grimaud noch auf verschiedene Liegeplätze weit verteilt, lagen wir hier erstmals dicht beieinander. Durch die Nähe ergaben sich jene Gespräche von Bord zu Bord, die eine Flottille erst auszeichnen und so interessant macht. Außerdem entstanden hier die schönsten Gruppenfotos - sowohl die Crewfotos, als auch die Fotos des Flottillenverbandes.

Kurz nach Festmachen begann der Skipper wieder mit seinem zweiten Hobby, dem Kochen ...

Gambas in Knoblauchöl

Zutaten: 12 Gambas, 6 Knoblauchzehen, 1 Chillischote, Olivenöl, Petersilie

Zubereitung: Schale am Rücken der Gambas längs aufschneiden und den Darm herauslösen (!), waschen, trockentupfen. Chilli und Knoblauch fein würfeln. Gambas im Öl zusammen mit dem Knoblauch und dem Chilli dünsten, bis sich der austretende Saft mit dem Olivenöl verbindet. Mit grob gehackter Petersilie bestreuen und mit Baguette servieren.

Medaillons de porc à l'estragon [Schweinemedaillons in Estragon (Frankreich)]

Zutaten: ca. 450 g Schweinemedaillons, Zwiebel, Weizenmehl, Butterschmalz (oder Öl), 5 EL Weißwein, 2 Becher (300 g) Crème fraîche, Speisewürze, Worcestersauce, 1 EL geschnittene Estragonblätter, Salz, Pfeffer

Zubereitung: Fleisch in Scheiben schneiden, mit Salz und Pfeffer würzen, in Mehl wenden. Fleisch im Öl ca. 5 min von jeder Seite bräunen, herausnehmen und warmstellen. Zwiebel abziehen, würfeln und im Schmalz/Öl andünsten. Weißwein und Crème fraîche hinzufügen und kurz aufkochen, mit Speisewürze, Worcestersauce und Estragon abschmecken. Fleisch wieder hinzufügen, anwärmen, servieren.
Als Beilage eigenen sich Salzkartoffen.

Die Tagesdaten:

10.15 Port Grimaud los,
16.00-17.00 vor Anker auf 43°10,7'N 006°35,8'E (Baie de Cavalaire) 17.30 Port de Cavalaire fest
Tageswege über Grund: 24 nm unter Segel, 4 nm unter Motor

Montag, 30.09.2002

Das Ziel der Reise, die der Halbinsel von Giens vorgelagerten Inseln, kam näher. Während die Crews der anderen Schiffe einen gemütlichen Tagesstart vorzogen, wollte die "IO DUE" stets das Sonnenlicht nutzen (denn Wind war wieder einmal Mangelware) und lief eine Stunde früher als ursprünglich geplant aus. Nach einem kurzen Schlag gen Süden konnte man bereits Kurs auf die Ile Porquerolles nehmen. Die Fahrt war zwar nicht berauschend, aber eine leichte Brise reichte aus, dass sich das Setzen der Segel wenigstens lohnte. Glücklicherweise blieben die Segel an Steuerbord und warfen keinen Schatten der von Backbord einfallenden Sonne. Schließlich wollten die sonnenanbetenden Segler, die sich an Oberdeck verteilten, die zuvor selbstangesetzte Sangria genießen, ohne zu frieren. Später, als der Wind etwas nachließ, unterstützte die Maschine unsere Fahrt.

Am frühen Nachmittag erreichten wir die Insel Porquerolles und fanden gleich am Nordostzipfel der Insel eine kleine Ankerbucht für unseren obligatorischen Badestopp. Baden, schwimmen, schnorcheln, tauchen, sonnen und Cocktails trinken - einfach herrlich. Der Schlag in den Hafen von Porquerolles war nur noch kurz. Die "CON-FIDO" war schon da und, da der Hafen recht lehr war, ließ sich über Funk beim Hafenmeister ein Arrangement einrichten, dass wir auch hier wieder zu siebt nebeneinander liegen. Kurzerhand wurden die eintrudelnden Flottillenboote per Funk (Kanal 69 war vereinbart worden) informiert.

Bis zum Abendessen war noch etwas Zeit und so nutzte die Crew die Zeit der Essensvor- und -zubereitung für den Landgang. Klaus Tetzlaff, unserer Flottillenführer kennt sich hervorragend in diesem Revier aus und hatte bei den Skipperbesprechungen entsprechende Landgangtipps verteilt, die - wenn man den begeisterten Kommentaren der Rückkehrer glauben konnte - vollends zutreffend waren. Wer auf Porquerolles festmacht, sollte also den Weg quer über die Insel folgen. Der Blick vom südlichen Steilufer aufs Meer ist unbeschreiblich schön.

Die Crew freute sich nach ihrer Rückkehr nicht minder über ein regionaltypisches Lammgericht, auch wenn es von einer spanischen Suppe eingeleitet wurde ...

Sopa de Ajo [Knoblauchsuppe (Spanien)]

Zutaten: 6 EL Öl, 6 Weißbrotscheiben, 6 Knoblauchzehen, 1 l Brühe, 3 Eier, Salz, Pfeffer, frische Kräuter. Zubereitung: Knoblauch in Öl leicht bräunen, herausnehmen. Brot in Würfel schneiden und im Öl goldgelb rösten, anschließend mit der Brühe ablöschen. Vor dem Servieren die Eier hinein schlagen und mit frisch gehackten Kräuter bestreuen.

Agneau à la mode d'Avignon [Lammgeschnetzeltes nach Avignoner Art (Frankreich)]

Zutaten: ca. 1 kg Lammfleisch (ohne Knochen), 375 ml Rotwein, 3 Becher (450 g) Crème fraîche, 350 g Tomaten, 350 g Champignons, 3 Zwiebeln, 3 Knoblauchzehen, 1 Paprika, 6 EL Öl, Butter, Herbes de Provençe, Salz, Pfeffer

Zubereitung: Fleisch abspülen, trockentupfen, in Scheiben schneiden und in Öl unter Wenden ca. 6 min anbraten, aus der Pfanne nehmen, mit Salz, Pfeffer und Kräutern würzen. Paprikaschote, Zwiebeln, Knoblauchzehen und Pilze kleinschneiden, im Bratfett andünsten und mit Gewürzen abschmecken. Wein hinzugeben und ca. 5 min dünsten. Gewürfelte Tomaten und das Fleisch hinzugeben und miterhitzen lassen. Als Beilage eignet sich Reis und/oder ein Salat.

Im Laufe des Abends bot sich ein weiteres Mal die Gelegenheit, das Vereinsleben der SKT in seiner schönsten Form zu erleben - an Bord einer Nachbaryacht. Entweder ging man zu den Nachbarn und wurde dort herzlich auf ein Bier eingeladen oder man empfing ebenso herzlich die an Bord des eigenen Schiffes eintreffenden Mitsegler der anderen Boote auf ein Klönschnack. Meistens trifft man sich auf diese Weise zuletzt auf einem übrig bleibenden Schiff, was an diesem Abend übrigens die "AGAPÉ" war. Es hatte sich halt irgendwie ergeben; dass sie das leidtragende Partyboot wurde. Leidvolle Gesichte konnte man allerdings auch am Morgen danach erkennen und wusste gleich, wer wohl zuviel des guten Rotweines oder mitgebrachten Kölsch's getrunken hatte.

Die Tagesdaten:

10.30 Port de Cavalaire los,
15.25-16.00 vor Anker nördlich von Porquerolles,
19.40 Port de Porquerolles fest.
Tageswege über Grund: 15 nm unter Segel, 11 nm unter Motor

Dienstag, 01.10.2002

Port Cros Bei der Aussicht auf nur einen kleinen Schlag von Porquerolles nach Port Cros und trotz der insgesamt geringen Winde setzten fast alle Schiffe die Segel nach der Ausfahrt von Porquerolles. Unser Tagesziel, Port Cros, verfügt nicht über einen Yachthafen, sondern bietet nur zwei kleine Stege, von denen nur einer den segelnden Touristen zur Verfügung steht. Dafür lädt ein großes Bojenfeld zum Festmachen ein - was insbesondere uns als Freunden des Ankerliegens entgegenkam. Wichtig für das Ergattern eines Platzes auf Port Cros ist das rechtzeitige Eintreffen. Das galt interessanterweise auch noch für uns, obwohl wir uns schon eindeutig in der Nebensaison befanden. Port Cros ist Naturschutzgebiet, sowohl an Land, als auch das Seegebiet im Abstand von bis zu 600 m von der Küstenlinie. Innerhalb dieses Streifens ist prinzipiell das Fischen und Ankern verboten. Dieses Verbot erklärt, warum sich hier eine faszinierend schöne Unterwasserwelt entwickelt und erhalten hat, die das Tagesziel vieler Tauch-Ausflugsboote (gerade auch vom Festland) ist. An Land soll die Natur ebenfalls Besonderheiten zum Festland aufweisen, die dem ungeübten Auge jedoch nicht gleich ins Auge fallen. Die Verbotsliste für diese Insel ist lang und die Einhaltung soll angeblich konsequent überwacht werden.

Fort auf Port Cros Für den Landgang setzten wir per Dinghi über und erkundeten die Forts der Insel. Leider waren diese nicht mehr von innen zu besichtigen, denn mit Beginn der Nebensaison hatten diese den Winterschlaf angetreten - keine Öffnung mehr im Oktober. Aber auch von außen boten sie ein eindrucksvolles Zeugnis der Befestigung der Insel sowie von Ihrer ehemaligen strategischen Bedeutung. Zudem boten sich von hier eindrucksvolle Fotomotive, nicht nur Richtung Porquerolles, Festland oder Ankerbucht. Zum Abschluss des Landgangs, den die Crew in kleinen Gruppen durchführte, traf man sich in einem der wenigen Cafes im Scheitel der Bucht.

Als Ankerlieger hat man üblicherweise keinen Strom, was zur Folge hat, dass der Kühlschrank nicht mehr betrieben werden kann. Letztendlich nimmt dieser Umgebungstemperatur an. Lebensmittel, die der Kühlung bedürfen, sollten spätestens heute zubereitet werden. Hinzu kam, dass nach drei Tagen auf See natürlich auch kein Frischfleisch mehr geben kann. Das vegetarische Abendessen war deshalb aber nicht minder schmackhaft und die internationale Komponente macht's besonders interessant.

Haydarý [Pikante Käsecreme; (Türkei)]

200 gr Schafkäse, 175 gr Joghurt, 1 Bund glatte Petersilie, 1 TL Pul biber (gestoßene Chilischoten), 1 TL Nane (Minze), 2 Knoblauchzehen, 2-4 Peperoni - Alles gut mischen, fertig.

Sopas Mallorquinas (Spanien)

Zutaten: 5 EL Olivenöl, 1 Knoblauchknolle, 1 Lauchstängel, 1 Tomate, 1 Paprikaschote, 1 Zwiebel, 1 Kopf Weißkohl oder Wirsingkraut, ½ Blumenkohl, 125 g grüne Bohnen, 125 g Erbsen, etwas Mangold oder Spinat (je nach Saison), Salz, Paprikapulver, Pfeffer, Weißbrot, 1 l Brühe

Zubereitung: Paprika, Lauch, Zwiebel, Tomate und Knoblauch klein schneiden und anbraten. Kohl und Bohnen hinzufügen und mit Brühe ablöschen. Mit Salz, Pfeffer, Paprika und Petersilie würzen und 15 min köcheln lassen. Blumenkohl und Erbsen hinzufügen und weitere 10 min köcheln. Mit Salz und Öl abschmecken.

Der chilenische Rotwein, den Erika und Helmut mitbrachten, rundete einen herrlichen Abend unter einem wolkenfreien sternenklaren Abendhimmel ab, an dem der aufmerksame Betrachter gleich mehrere Sternschnuppen sehen konnte. Und immer wieder spielte Elvis ...

Die Tagesdaten:

10.30 Port de Porquerolles los,
15.30 Ile Port Cros (an der Boje) fest
Tageswege über Grund: 7 nm unter Segel, 8 nm unter Motor

Mittwoch, 02.10.2002

Der Tag sollte keinen Wind bringen. Das war allen klar, als dies die letzten Wettermeldungen am Vorabend bestätigten. Belohnt wurden wir allerdings mit der Aussicht auf einen herrlichen Sonnentag. Auch so etwas will gut genutzt werden, weshalb mit geübtem Auge auch gleich eine passende Ankerbucht für den Nachmittag gesucht wurde. Die Idee der "CON-FIDO", sich aus der SKT-Flottille für einen Tag auszuklinken und denen nicht in den bereits auf dem Hinweg angelaufenen Hafen Cavalaire zu folgen, wurde sehr begrüßt, zumal das eigene Tagesziel Lavandou bei der vorherrschenden Flaute ohnehin den aktuellen (Nicht)Windverhältnissen besser angepasst war. Wie auch bei den Tagen zuvor verließ die "IO DUE" als eines der ersten Schiffe den gemeinsamen Liegeplatz und machte sich auf den Weg. Zunächst nur unter Segel, später jedoch, als wir von ersten SKT-Nachzüglern eingeholt waren, setzten auch wir die Maschinenkraft hinzu. Unser erster Schlag sollte uns an der Südseite von Port Cros vorbei zur Insel Heliopolis führen. Die Insel Heliopolis ist im östlichen Teil ein französischer Schießplatz und das Befahrensverbot südlich der Insel sollte man daher sehr ernst nehmen. Wir warfen den Anker zwischen den beiden Inseln in Sichtweite der gleichnamigen Siedlung am Westteil der Insel. Insider der Region wissen, dass dieser Teil der Insel ein Naturismusgebiet ist und so verwunderte es auch nicht, dass die Spaziergänger an Land entsprechend (un)bekleidet waren. Die Ferienhäuser der Siedlung sind größtenteils in Privatbesitz und der Anleger ist klein und mit geringer Wassertiefe, was erklärt, dass der Tourismus dieses Kleinod so schnell nicht erreichen wird.

Heliopolis Bei fünf Meter Wassertiefe ankerten wir auf Sandgrund und hatten binnen kurzer Zeit einen großen Schwarm bunter Fische unter uns. Das Schnorcheln, Tauchen und Baden wurde somit an dieser Stelle zu einem besonderen Erlebnis - nicht nur, dass wir hier ungestört und fernab des Massentourismus unsere Seele baumeln lassen konnten. Den Sprung zum Festland legten wir und kurzer Zeit zurück und Holger, unsere "Festsau" des heutigen Abends hatte noch genug Zeit, für seine Party einzukaufen - wie auch die Crew die Gelegenheit bekam, ein Geschenk zu besorgen. Und es wurde wieder frischer Proviant gebunkert, was auch am Abendessen wieder festgestellt werden konnte.

Langustine a l'ail

Wie Gambas in Knoblauchöl - nur eben mit Langusten ;-)

Seefisch gebraten mit Gemüseratatouille

Das Rezept ist dem Autor unbekannt - die Crew hat gekocht ;-)

Mariniertes Obst an Papaya- und Limoneneis

Zutaten und Zubereitung: Filetierte Orange und in Stücke geschnittenen Apfel in Campari und Brandy marinieren, Papaya- und Limoneneis (citron vert) aus einem nahegelegenen Bistro besorgen, Eis mit dem Obst überziehen. Fertig.

Um Mitternacht knallten dann die Korken und Holger feierte seinen Geburtstag.

Die Tagesdaten:

10.15 Port Cros los,
11.30-14.45 vor Anker vor Port de l'Ayguade, Ile du Levant
17.00 Port du Lavandou fest
Tageswege über Grund: 1 nm unter Segel, 14 nm unter Motor

Donnerstag, 03.10.2002

Wieder zurück auf See hatten sich die beiden Ausreißerschiffe über Funk schnell Kontakt zum Hauptteil der Flottille, die auf ihrem Weg nach Fréjus bereits einen deutlichen Vorsprung hatte. Da aber heute gar kein Wind mehr zu spüren war, war an ein Segeln gar nicht zu denken und so trieb uns die Maschine durch die spiegelglatte in Richtung Nordost. Das Hochdruckgebiet, das uns den beständigen Sonnenschein der letzten Tage bescherte, verlagerte sich weiter nach Osten und die Wolkendichte nahm zu. An ein Sonnenbad an Oberdeck war leider auch nicht mehr zu denken. Allerdings bot diese Motorfahrt den Vorteil, dass man - je nach Position und eigener Geschwindigkeit - ein gutes Stück des Weges in Parallelfahrt zu anderen Booten der Flottille zurücklegte. So baten sich entsprechende Fotomotive mit der "IO DUE" und der "INDRA".

 CON-FIDO unterwegs

In Fréjus angekommen, nutzten wir zunächst die Gelegenheit aus, dass die Tanksstelle noch offen war und erledigten diese Pflichtaufgabe bereits hier. Auf diese erspart man sich mögliche Wartezeiten an der Tankanlage des letzten Hafens kurz vor der Rückgabe des Schiffes - erfahrungsgemäß herrscht dann der größte Andrang. Direkt gegenüber der Tankstelle von Fréjus am Kopf der Außenmole hatte man uns wieder einen Steg für alle sieben Schiffe der SKT-Flottille besorgen können und ein weiteres Mal lagen wir dicht an dicht beieinander.

Die Tagesdaten:

11.00 Port du Lavandou los,
17.00 Port du Fréjus fest
Tageswege über Grund: 31 nm unter Motor

Freitag, 04.10.2002

Oldtimer Der letzte Segeltag brachte zum Glück wieder etwas Wind, aber leider keine Sonne mehr. Und die Brise, die wir hatten war zudem nicht stark genug, als dass sie uns in adäquater Zeit nach Port Grimaud hätte zurückbringen können. So segelten wir gleich nach Auslaufen aus Fréjus ein Stückchen und halfen später mit der Maschine wieder nach.

Ein optisches Highlight dieses Törns war zweifelsohne die Nioulargue - die berühmte Regatta der Oldtimer und Traditionsschiffe in der Bucht von St. Tropez. Hunderte von alten, grötenteils gaffelgetakelten Schiffen waren in der Bucht unterwegs, um sich mit ihresgleichen zu messen. Der Anblick dieser Schönheiten von See aus, war überwältigend. Kein Wunder also, dass hier reichlich fotografiert wurde, auch wenn wegen des etwas diesigen Wetter die Farbenpracht und der Glanz dieser Schiffen nicht ganz zur Geltung kommt.

Die Tagesdaten:

11.00 Port du Fréjus los,
14.00-15.00 vor Anker SW von Ste. Maxime
15.45 Port Grimaud fest
Tageswege über Grund: 4 nm unter Segel, 11 nm unter Motor

 Agape zwischen den Oldtimern

Die Törndaten:

51 nm unter Segel
79 nm unter Motor
Gesamt: 130 nm