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(12.09.06)

Kroatien 2002

Nach vorwiegend im Westen (Balearen, Côte d'Azur) oder im Osten (Türkei) des Mittelmeers durchgeführten Törns, war es an der Zeit, die Adria zu erkunden. Einen einwöchigen SKS-Ausbildungstörn an der nordadriatischen Küste (Istrien) hatte ich, Skipper Guido Bolenski, ja bereits durchgeführt (ohne Törnbericht auf dieser Homepage), aber das war einerseits im April und andererseits blieb wegen des hohen Anteils an Schul-Manövern nicht sehr viel Zeit und Muße für die Kultur des Landes.

So entschieden wir uns für Zadar, da dies ein idealer Startplatz für einen Törn in die Kornaten oder andere Inseln der mitteldalmatinischen Küste ist - und weil er per Flugzeug schnell erreichbar ist. Wir, das waren Skipper Guido Bolenski mit Crew Mareile Gerlicher-Bolenski, Ralf Groß, Dirk Groß, Frank Groß, Mona Schuster und Peter Sturzenbecher.

Natürlich sollte auch wieder wie üblich regionaltypisch gekocht werden, diesmal vorwiegend kroatisch und italienisch, fleischarm (Gemüse hält sich einfach besser, wenn man viel ankert) und einfach (auf nur zwei Herdplatten). "Bewaffnet" mit ein paar Rezepten, teils aus dem Buch "Köstliches Italien" (Pia de Simony, Walburga Speth, Hansjörg Baumgarten, Südwest Verlag GmbH, München, 1998, ISBN 3-517-07725-9) teils von der Seite ⊳ croatia.net freute man sich auf eine Woche "Traumurlaub unter Segeln". Ein Rezept sei bereits vorab erwähnt, da es während der Fahrt größten Zuspruch erfuhr und immer wieder aufgefüllt wurde.

Sangria

Zutaten der Reihe nach in einen 5 l Wasserkanister geben, da dieser im Bordkühlschrank verschlossen aufbewahrt werden kann (und bei Bedarf mit den gleichen Zutaten nachgefüllt wird): 1 Flasche Rotwein, ½ Flasche Orangensaft, "2 Finger breit" Osborne Magno (Brandy), 1 Pfirsich (in Stücken), 1-2 Orangen (in Stücken), 1 ausgepresste Zitrone

Weil es die Lektüre des Törnberichtes etwas erleichtert, vorab die zurückgelegte Route, die uns von Zadar bis nach Milna auf Brač führte:

Die Törnroute

Samstag, 10.08.2002

Anreise

Bei nur einer Woche Segeln ist es wichtig, nicht all zu viel Zeit mit der Anreise zu verschwenden. Dies dachten wir uns jedenfalls, als wir auf die Idee kamen, per Flugzeug nach Zadar anzureisen. Liegt doch der Flughafen München vor der eigenen Haustür und der von Zadar gar nicht so weit vor den Stadttoren. Der Preis für den Flug war ebenfalls erträglich und somit war die Entscheidung gegen eine mindestens 10stündige Autofahrt schnell getroffen. Auch im nachhinein noch eine gute Entscheidung.

Eine kleine Überraschung war es dann allerdings schon, zu erfahren, dass die Strecke dann doch nicht so stark frequentiert ist und deshalb seitens Croatia Airlines "nur" eine (von insgesamt drei) ATR 42 zum Einsatz kam. Wegen eines "technischen Defektes" verzögerte sich zudem der Abflug um fast zwei Stunden. Für Zweifler sicher ein Grund mehr, mit dem Auto zu fahren. Wir wurden dagegen gar nicht nervös und nahmen das Angebot, auf Kosten von Croatia Airlines die Wartezeit mittels ausgeteilter Verzehrgutscheine zu überbrücken, ungeniert an. Der Flug selber war weniger ereignislos, im Gegensatz zur Ankunft. Denn nach dem Ausrollen auf der Landebahn bog das Flugzeug auf einen Taxiway ein und überquerte dabei eine beschrankte Landstraße, an der tatsächlich ein paar Fahrzeuge warteten.

Die Passkontrolle war schnell erledigt, das Gepäck wartete bereits in der Baggage Claim und trotz 2stündiger Verspätung des fast einzigen ankommenden Fluges waren auch noch Taxis da, die uns für je 20 EUR zur Marina brachten. Auch dort ging alles relativ schnell: Aufteilung der Crew in jene Hälfte (5 Leute), die Proviant einkauft und die andere Hälfte (2 Leute), die bei der Schiffsübernahme dabei ist. Bavaria Yachtcharter war so freundlich, unsere Proviantmeister zum Billa Supermarkt zu fahren, dort zu warten und sie wieder zum Stützpunkt zu bringen. Danke.

Weniger erfreulich war dagegen die Übernahme des Schiffes selbst, denn nicht nur die Positionslaternen funktionierten nicht, auch wichtige Teile der Ausrüstung fehlten an Bord. (siehe ⊳ Sicherheit in der Skipper's Corner). Statt eines Rettungsringes mit angeleinter Signalleuchte hing am Heckkorb eine Secumar 17 Weste (ohne Leuchte). Die Leuchte war in einem Schapp unterm Navtisch zu finden. Zudem waren die Feuerlöscher zuletzt im Jahre 2000 überprüft und die Seekarten des Kroatischen Seekartensatzes "Male Karte" datierten aus drei verschiedenen Kartensätzen. Die Blätter 13-17 der Region bis Split / Insel Šolta hatten den Stand 03/2000, die Blätter 18-25 von Split bis Slano hatten den auf Stand 01/1990 und die Blätter 26-29 von Dubrovnik bis Ulcinj hatten den Stand 12/1989. Da wir bis Brač fuhren, hätten wir bei Verwendung der an Bord befindlichen Karten mit bis zu 12 Jahre alten Karten navigiert (Blatt 18). Zum Glück hatten wir unsere eigenen Karten neueren Datums dabei.

Der angebrochene und nicht aufgefüllte Erste-Hilfe-Kasten, ein morsches Sonnensegel und eine geradezu mickrige Taschenlampe machten den Kohl dann auch nicht mehr fett.

Sonntag, 11.08.2002

Leider funktionierte die Logge nicht, was allerdings nicht das erste Mal auf einem Chartertörn der Fall war. Seepocken wachsen recht schnell und blockieren so das kleine signalgebende Rädchen der Logge. Wir kümmerten uns im nächsten Hafen um die Logge und hatten sie entsprechend schnell repariert.

Segeln im Hochsommer

Segeln im Hochsommer in der Adria - mit Ölzeug !

Der erste Segeltag selbst war wenig ereignisreich. Einzig erwähnenswert war das obligatorische Bojenmanöver als abschließender Teil der vorangegangenen Sicherheitseinweisung. Als wir dann wieder Kurs SE aufnahmen, zogen wieder verstärkt Schauer über uns her und ein etwas größeres Gewitter kündigte sich an. So brachen wir den Tagestrip bereits um 16.30 Uhr ab und liefen in Biograd ein - rechtzeitig vor dem Gewitter. So hatten wir uns übrigens das Mittelmeersegeln im August nicht vorgestellt.

Die Tagesdaten:

11.50 Zadar Stadtmarina los,
16.30 Biograd Marina Kornati fest
Tageswege über Grund: 20 nm unter Segel, 3 nm unter Motor

Montag, 12.08.2002

Ausschlafen ! So jedenfalls konnte man das Motto des Vormittages nennen, denn nach den Anstrengungen der Anreise und dem verspäteteten Ablegen und dem Abbruch des gestrigen Segeltages fiel heute der Stress richtig ab und Urlaubsgefühl kam auf. So störte es auch nicht besonders, dass kein Wind war und die Maschine uns bei geringen 1500 U/min vorwärts brachte. Auch heute galt die Devise "Mal sehen was der Tag bringt." Natürlich hatten wir eine grobe Richtung, nicht aber ein definiertes Tagesziel. Erst später am Tage, als doch noch Wind aufkam, entschieden wir uns für Rogoznica, denn dort sollte unterhalb der neuen Traummarina ein Bojenfeld sein, welches wir ansteuern wollten.

Dort angekommen, mussten wir allerdings feststellen, dass die Kenntnis dieses Bojenfeldes wohl doch per Mundpropaganda recht weit verbreitet war, denn eine freie Boje war nicht mehr zu bekommen. Schon wieder in eine Marina wollten wir allerdings auch nicht und so fuhren wir weiter in die Bucht hinein, denn nach einem 90° Bogen nach Norden bietet sie mehr als guten Schutz gegen Winde aus alle Richtungen. Das Festmachen vor Buganker und Heck-Landleine war hier allerdings nicht möglich, so dass wir uns frei schwojend auf die Nacht einstellten. Vorher jedoch lud die Bucht zum Baden ein.

Badestopp in der Ankerbucht bei Rogoznica

In Ermangelung von Brokkoli wurde das geplante apulische Gericht mit dem ortsüblichen Gemüse abgewandelt. Die Sache mit den Sardellen (die übrigens von daheim mitgebracht worden waren) kam aber dennoch gut an. Nachfolgend ist das Original wiedergegeben:

Pasta con broccoli [Nudeln mit Brokkoli (Apulien)]

Zutaten: 500 g Brokkoli, 500 g Nudeln (Farfalle, Orchiette, ... je nach Laune, auch gemischt), 2 Knoblauchzehen, 8 Sardellen, 300 ml Olivenöl, Peperoncini
Brokkoli putzen, teilen, (bissfest) kochen, abtropfen lassen. Nudeln al dente garen, gegen Ende kurz den Brokkoli zugeben zu "aufwärmen". Knoblauch und Sardellen in Olivenöl anbraten, mit Peperoncini würzen. Nudeln und Brokkoli hinzugeben und weitere 5 min schmoren.

Später in der Nacht kam doch noch einmal Unruhe auf, denn der Wind nahm zu, verbunden mit ein paar Schauern. An Land kann unsereins nichts aus der Ruhe bringen, aber auf'm Schiff und dann noch vor Anker liegend wird jede Wetterveränderung vorsichtig beäugt. Der Anker hielt jedoch und es war kein Anlass gegeben, noch etwas mehr Kette zu stecken oder gar Ankerwache gehen zu lassen. Von singenden Wanten waren wir weit entfernt und der Wetterbericht sagte auch nichts schlechtes voraus. So mäßigte sich der Wind auch wieder und wir hatten eine geruhsame Nacht. Abgesehen von ein paar Wolkenbrüchen.

Ankerbucht bei Rogoznica

Die Tagesdaten:

10.15 Biograd Marina Kornati los
17.10 Vor Anker auf 43°32,4'N 015°58,7'E in der Bucht von Rogoznica
Tageswege über Grund: 22 nm unter Segel, 23 nm unter Motor

Dienstag, 13.08.2002

Das Schöne am Übernachten vor Anker ist das Aufstehen am Morgen danach. Insbesondere der beherzte Sprung ins saubere, kühle Wasser um einen herum. Der nächste nachbarliegende Ankerlieger ist soweit entfernt, dass man sich wieder alleine fühlt. Als ich mich aus dem Bett schälte, an Oberdeck ging um von dort ins Wasser zu springen, war Peter schon unterwegs, ein erfrischendes Bad zu nehmen. Was kann schöner sein ?

Das Frühstück haben wir an Unterdeck vorbereitet. Als dann alle anderen so nach und nach aufgestanden waren und ebenfalls Ihr Morgenbad genommen hatten, wurde gleich nach dem Ankerauf-Manöver an Oberdeck aufgetischt. Der Wind ließ noch zu wünschen übrig und so machte es keinen Unterschied, das Frühstück noch vor Anker liegend einzunehmen oder bei geringer Marschfahrt. Als hätten wir ein Abkommen mit allen Göttern der Meere, setzte eine kleine Brise ein, als wir mit dem Frühstück fertig waren. Ein schöner Segeltag begann.

Einen Badestopp wollten wir schon noch einlegen, bevor wir nach Milna fahren, um dort in einer kleinen Marina vor der eigentlichen ACI-Marina im Stadtkern festzumachen. Da wir uns allerdings nicht sicher waren, ob und wie lange der Wind uns noch treu bliebe, verlegten wir den Ankerstopp an das Ende des Segeltages in eine Bucht südöstlich von Šolta. Die Tücke wollte, dass die besten der wenigen Plätze in dieser Bucht schon belegt waren. So scheiterte der erste Ankerversuch an der Tatsache, dass am Westteil der Bucht die Wassertiefe zu schnell zunahm, als dass der Anker dort hätte halten können.

Für ein sicheres Ankern am Ostteil der Bucht mussten wir reichlich Kette stecken, denn der Wind drückte so kräftig, dass an ein einfaches "Kurzstagankern zum Baden" nicht zu denken war. Erst der dritte Versuch saß - aber besser einmal mehr Anlauf genommen, als unsicher zu liegen. Der Stopp war zudem von nur kurzer Dauer. Ein Fischer kam daher und fragte uns, ob wir uns etwa 20 m weiter nach Süden verlegen könnten - er wolle an dieser Stelle seine Stellnetze auswerfen. Für uns eine Selbstverständlichkeit, denn er ging seinem Broterwerb nach, während wir uns "nur" die Sonne auf den Pelz brennen ließen. Zwar hatten alle ihr Bad genommen und die Enttäuschung über den kurzen Stop hielt sich in Grenzen, aber ohne diese Störung wären wir sicher noch länger geblieben. Ein Verlegen auf einen anderen Ankerplatz wollten wir jedenfalls auch nicht mehr. So legten wir ab und nahmen Kurs auf Brač.

Milna, Insel Brač

Die Marina bei Milna liegt am Eingang der Bucht, d.h. auf dem Weg nach Milna auf der linke Seite. Sie ist relativ klein und liegt unmittelbar neben dem ⊳ Illyrian Resort, einer sehr geschmackvoll eingerichteten Ferienanlage. Der Weg in den Ort Milna ist nicht sehr weit und überaus reizvoll. Der gr ößte Vorteil dieser kleinen Marina vor den Toren Milnas ist die Möglichkeit, fast vom Boot aus noch mal Schwimmen zu gehen - oder wahlweise vom 50 m entfernten Strand aus.

Die Tagesdaten:

09.00 Anker auf,
15.55 vor Anker auf 43°20,0'N 016°23,4'E in einer Bucht SE-Šolta
16.25 Anker auf,
17.00 Milna, Insel Brač fest
Tageswege über Grund: 26 nm unter Segel, 6 nm unter Motor

Mittwoch, 14.08.2002

Die Marina in Milna bot beim morgentlichen Bezahlen der Liegeplatzgebühren einen besonderen Service:Man reichte uns mit unseren Rechnungsbelegen gleich eine Faxkopie des Wetterberichtes vom Hydrometeorologischen Dienstes der Republik Kroatien in die Hand. Minimaler Aufwand, große Wirkung.

Bevor wir uns auf den Weg in Richtung NE aufmachten, um uns allmählich wieder unserem Start- und Zielort Zadar zu nähern, bogen wir für einen kurzen Abstecher kurz weiter auf SW-liche Kurse. Wenige Meilen entfernt fanden wir dann auch die von Peter angekündigte Ankerbucht an der Küste von Brač, deren Besonderheit ein in den Fels getriebener Bunker ist. Dieser Bunker, ehemals gebaut für die jugoslawische Marine hatte die Kapazität zur Aufnahme von zwei Schiffen. Kleinere Segelschiffe sollten kein Problem haben, in den Bunker sogar einzufahren - wir (und auch die umliegenden Ankerlieger) passten aber nicht hinein und so setzte kurz nach "Fallen Anker" ein reger Pendelbetrieb mittels Dinghi ein, der die Besatzung der TABALUGA zur Sightseeingtour in Richtung Bunker ausbootete. Parallelen zum Kreuzfahrttourismus wurden deutlich.

Am-Wind-Kurs bei NW 3.

Wegen der bevorstehenden, längeren Rückreise machten wir uns nach nicht allzu langer Zeit auf den Weg nach NE. Leider kam von genau aus dieser Richtung der Wind. Weil's aber ein zum Segeln sehr angenehmer Wind von mittlerer Stärke war, wollten wir nicht aufgeben und bereits jetzt das mechanische Hilfssegel der Firma Volvo hissen. Die Planungen für das Tagesziel wurden dem Fortschritt auf der Kreuz sukzessive angepasst und so reichte es nur bis in eine Ankerbucht auf Drvenik. Die Wahl der Bucht war auch beeinflusst durch die Wettervorhersage der Deutschen Welle, die für die Nacht eher nördliche Winde vorhersagten. Erst frei schwojend verlegten wir uns kurze Zeit später vor Buganker und Heckleine und hatten so einen herrlichen Platz fü die Nacht gefunden. Es wurde also Zeit für's Abendessen.

Triglia di fango al prosciutto [Rote Meerbarbe mit Schinken (Marken)]

Zutaten: 4 Rotbarben (à ca. 250 g), 4 Scheiben roher Schinken, 150 ml Weißwein, 40 g Butter, 2 EL Olivenöl, Zitronensaft, Salbeiblätter, Salz, Pfeffer
Rotbarben waschen, trocktupfen, in der Butter und den Salbeiblättern anbraten, mit Weißwein ablöschen, mit Olivenöl beträufeln. Fische würzen und im Ofen bei 180°C 20 min braten. Fisch mit Zitronensaft beträufeln, Schinkenscheiben drauflegen und weitere 5 min. braten. Dazu ein Gemüse nach Wahl (Das im Rezeptbuch angegebene Chicorée-Gemüse passt leider nicht zur Größe einer Segelyachtkombüse.)

Das Besondere am Abendessen des Tages war die Tatsache, dass die Doraden auf hoher See ausgenommen wurden. Eine Sache, die sich im potentiell anzulaufenden Hafen nicht so gut gemacht hätte - in der Ankerbucht dann aber doch gegangen wäre. Rotbarben hatten wir nicht, was uns aber auch nicht weiter störte. Sind doch die hiesig zu erhaltenden Fische frisch und sehr schmackhaft. Wegen der mangelnden Beschichtung der Pfanne und weil auch keine Auflaufform an Bord war, wurde sowohl vom "Ablöschen" als auch vom "Ofengeschiebe" Abstand genommen. Die Fische wurden in der Pfanne gebraten - allerdings mit den Schinkenstreifen. Wer will, kann das Orignalrezept ja mal ausprobieren und mir mitteilen, ob es an die Schiffsküche heranreicht.

Die Tagesdaten:

09.30 Milna los,
11.40 vor Anker auf 43°17,5'N 016°29,7'E in einer Bucht auf Brač (Bunkeranlagen !)
13.05 Anker auf
19.30 vor Anker auf 43°26,4'N 016°10,3'E in einer Bucht SE-Drvenik
Tageswege über Grund: 30 nm unter Segel, 18 nm unter Motor

Donnerstag, 15.08.2002

Diesmal blieben wir für die Dauer des Frühstücks noch vor Anker liegen, denn bei dem vorherrschenden Wind hätte es entsprechende (Schief)Lage gegeben. Auch nach dem Frühstück und Ablegen wollte keine rechte Segellust aufkommen. Einerseits war der Wind zu schwach, um Strecke zu machen und andererseits kam er aus der falschen Richtung - nämlich aus NE, wo wir hinwollten. So half uns diesmal der Motor, etwas Höhe zu laufen. Grober Kurs waren die Kornaten, die wir befahren und gegebenfalls auch über Nacht besuchen wollten. Dass es nicht so kam, lag am Wetter und der Tatsache, dass wir auch bei nur einer Woche Segeln keinen Stress aufkommen lassen wollten. Für einen hinreichenden Besuch der Kornaten hätte die Zeit sowieso nicht mehr gereicht. Wir entschlossen uns um und nahmen Kurs auf Murter, unserem Tagesziel. Nicht jedoch, ohne noch vorher den fast schon obligatorischen Badestopp zu machen.

Marina Hramina, Insel Murter

Die Gästepier der Marina Hramina auf Murter war noch nicht stark besucht, als wir festmachten und nach kurzem Klarieren an Oberdeck konnten wir uns genüsslich dem Hafenkino hingeben und die Manöver der anderen begutachten oder die Parade der von Bordgehenden abnehmen. Mona hatte sich für heute als Smutje angemeldet und zauberte ein Drei-Gänge-Menü, das reichlich Zuspruch erntete und der Köchin großes Lob einbrachte. Da noch reichlich Zeit war, machte sich ein Teil der Crew auf den Weg, die Stadt zu erkunden.

Die Tagesdaten:

08.40 Anker auf,
17.15 Marina Hramina auf Insel Murter fest
Tageswege über Grund: 16 nm unter Segel, 35 nm unter Motor

Freitag, 16.08.2002

Der letzte Segeltag war bestimmt durch das Erreichen des Tagesziel Zadar, was dann auch gleichzeitig das navigatorische Ende des Urlaubs darstellen würde. Jeder wollte noch mal ans Steuer, freute sich über den Wind, der uns heute noch mal beschieden wurde, und es machte auch gar nichts mehr aus, dass er immer noch aus der falschen Richtung kam. Zum Glück hatte sich mittlerweile rumgesprochen, dass man mit einem ordentlichen Segeltrimm tatsächlich etwas mehr Höhe laufen kann und sogar gegen den Wind Strecke gut machen kann. Der Badestopp wurde praktischerweise in eine Bucht in der Nähe von Sukošan gelegt, weil wir in dieser Marina unseren Dieselvorrat wieder auffüllen wollten. Den kurzen Schlag vom Badestopp an die Tankpier machten wir dann sinnigerweise auch nur unter Maschine. Nach wenigen Minuten war die Pflicht erfüllt, ein Schiff mit vollem Dieseltank abgeben zu können. Die Angewohnheit, nicht im Zielhafen nachzutanken, sondern in einem anderen Hafen davor, machte sich auch auf diesem Törn wieder bezahlt - auch wenn's nicht vorhersehbar war. Aber die Tankstelle in Zadar war defekt (oder leer ?) und konnte kein Diesel an Schiffe abgeben. Wir setzten die Segel, um noch die letzten Meilen nach Zadar ohne Maschine zu genießen. Erst kurz vor Einfahrt nach Zadar wurden die Segel niedergeholt.

Restauranttip: Mate, Zadar

Restaurant Mate, vl. Andreana Miletić, Miroslava Krleže 3A, Tel. 023/333-321

Die Tagesdaten:

09.00 Marina Hramina, Murter los,
13.15 vor Anker auf 44°02,0'N 015°20,0'E,
14.25 Anker auf,
15.15 Sukošan fest (Tanken),
15.25 Sukošan los,
17.35 Zadar Stadtmarina fest
Tageswege über Grund: 30 nm unter Segel, 4 nm unter Motor

Samstag, 17.08.2002

Das Fazit, nach einer Woche eine um 30° verstellte Windex, eine defekte elektrische Bilgenpumpe (Sie machte zwar Lärm, aber pumpte nicht. Nur die mechanische Bilgenpumpe funktionierte.), ein defektes mechanisches Ankerspill, ein undichtes Bulleye im Bereich der Kombüse (durch welches beim Segeln auf Backbordbug Wasser eindrang), ein undichter vorderer Frischwassertank (Er war schon beim Eincheck als defekt mitgeteilt worden.) und eine nicht funktionstüchtige Heckdusche fanden wir etwas zu viel des Schlechten. Entweder hat die Crew oder besser die Crews vor uns nichts gemerkt, bzw. nichts gesagt oder das Schiff wurde zwischenzeitlich nicht repariert.

Kochen, Backen, Braten - für das leibliche Wohl war bestens gesorgt.

Törndaten:

Gesamtstrecke über Grund: 233 nm
Gesamtstrecke über Grund:  144 nm unter Segel, 89 nm unter Motor

Die Daten des Törns

Ort:

Zadar, Kroatien

Marina:

Stadtmarina Zadar

Yacht:

SY TABALUGA, ⊳ BAVARIA 42

Kabinen:

4

Kojen:

8

Länge:

13,40 m

Breite:

3,95 m

Tiefgang:

1,95 m

Verdrängung:

9,00 t

Segelfläche:

87,2 qm

Motor:

50 PS Volvo Penta

Diesel:

210 l

Wasser:

360 l

Hauptwinde in der Adria

- Maestral (NW)
- Bora (NE)
- Jugo (SE)

 Bavaria 42 Grundriss

Charterpreis war inkl. Rollgenua, Rollgroß, GPS, Autopilot, elektr. Ankerspill, Schlauchboot, Außenborder, Bettwäsche, Endreinigung, Schiffsversicherungen. Als Extras wurde ein Biminitop für EUR 50,- bestellt. Darüber hinaus wurde eine Charter-Rücktrittskostenversicherung abgeschlossen - eine individual abzuschließende Reiserücktrittskostenversicherung war nicht erforderlich.

An-/Rückreise

- Hinflug: München - Zadar, Flug OU 3435, 10.08.02 / 14:25-16:00

- Rückflug: Zadar - München, Flug OU 3434, 17.08.02 / 12:05-13:55

mit einer ATR 42 der Croatia Airlines bei 20 kg Freigepäck plus ein Handgepäck bis 3 kg. Transfer vom Flughafen Zadar zur Charterbasis per Taxi.

Geld / Umtausch

Anfangskasse in Deutschland umtauschen, ansonsten war's im Lande günstiger. Größere Betrage lassen sich auch direkt mit EURO zahlen.